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Bauwissen Bürogebäude Häuser auf Modulbasis

Modularer Hausbau

Modularer Hausbau
Unser Zugang zum modularen Bauen geht in zwei Richtungen. Zum einen in Richtung Holzbau in Form von Holz-Riegel oder Massivholz Konstruktionen und zum anderen in Richtung Hausbau auf Basis von Containern. Der wesentliche Unterschied abgesehen von den Baumaterialien ist, dass der Hausbau auf Basis von Containern fast vollständig industrialisiert und grossteils standardisiert ist. Im Fall des Hausbaus auf Holzbasis handelt es sich meist um eine Einzelfertigung, wo es in der Regel keine oder nur in Teilbereichen Standardisierungen gibt.D.h. im Holzbau ist man in unserem Fall auf eine Breite von 4,4m Außenmaß begrenzt, wobei die Länge komplett variabel bis max. 12m ist. Im Fall des Containerbaus ist man auf die klassischen Größen 10″, 16″, 20″, 24″ beschränkt, wobei sich damit allerdings fast alle Wohn- oder Bürogrößen herstellen lassen. Wand- Boden- und DeckenaufbauWas den Wand- Boden- und Deckenaufbau betrifft, gibt es gravierende Unterschiede. Zum einen handelt es sich bei den Containern primär um eine Stahlkonstruktion, wobei die Außenwände aus Sandwichpaneelen bestehen, die in der Regel aus einer beschichteten Stahlschale und einem Polyurethan (PU) oder Polyisocyanurate (PIR) Kern bestehen. Der Kern ist für die Dämmung zuständig, wobei es sich dabei bereits um Hochleistungsdämmstoffe handelt. D.h. gegenüber herkömmlichen Mineralwoll- oder Polysterolplatten Dämmstoffen sind wesentlich geringere Wandstärken nötig, um die gleichen U-Werte zu erhalten.Polyurethan ist übrigens ein Kunstharz, das in den Dreißigerjahren von Otto Bayer und seiner Forschungsgruppe für I.G. Farben entwickelt wurde. Wir alle kennen das Material aus dem Haushalt: Unsere Spülschwämme bestehen bspw. daraus.Polyisocyanurate hat gegenüber PU noch bessere Dämmeigenschaften. Es kann also bei geringerer Kernstärke der gleiche Dämmwert erziehlt werden. Außerdem hat PIR ein besseres Brandverhalten.Werden besondere Brandschutzanforderungen gefordert, dann besteht der Kern der Sandwichplatten aus gepresster Steinwolle. Damit können zwar die meisten Brandschutzbestimmungen eingehalten werden, jedoch ist die Dämmeigenschaft um einiges geringer.Im Falle des Holzbau kommen die unterschiedlichsten Dämmmaterialien zum Einsatz. Hier werden Mineralwolle, Hanfplatten, Holzfaserplatten, … aber auch Schafwolle verwendet. Die Dämmeigenschaften sind dabei unterschiedlich, wodurch sich auch sehr unterschiedliche Wandstärken ergeben. In allen Fällen sind sie jedoch wesentlich stärker als bei den Containern, da es sich um „herkömmliche“ Dämmstoffe ohne „Hochleistungseigenschaften“ handelt. Die FassadenIm Falle der Container ist die Fassade entweder die Außenschale der Sandwichplatten oder es werden Fassadenplatten oder Profilleisten mit oder ohne zusätzlicher Dämmung vorgesetzt, wobei zusätzlich eine Hinterlüftungsebene entsteht.Beim Holzbau können ebenfalls Fassadenplatten verwendet werden und auch hier entsteht eine Hinterlüftungsebene. Allerdings wird in der Basisvariante meist eine herkömmliche Putzfassade aufgebracht, wobei der Putzträger in unserem Fall eine Holzfaserplatte ist.Vorgehängte Fassaden haben zwei große Vorteile gegenüber einer Putzfassade.

  1. Wenn man künftig sein Haus oder das Büro erweitern will, so ist das mit dieser Fassade sehr leicht möglich. Sie wird abgebaut und an der Erweiterung des Hauses wieder aufgebracht. D.h. ich erspare mir etliche Kosten und bewahre mir die vollständige Flexibilität sowohl was Erweiterungen aber auch Rückbauten betrifft.
  2. Durch die Hinterlüftung wird im Sommer Stauwärme laufend abgeführt, d.h. die Wand wird laufend gekühlt. Dies erfolgt deshalb, da die Luft immer von unten nach oben auf Grund der Temperaturdifferenz strömt. Im Winter kann ich die Strömung unterbrechen (Schließen der oberen und unteren Öffnung), wodurch ein Luftpolster entsteht, der eine zusätzliche Dämmung bewirkt.

Die Fassadenplatten bestehen bei uns aus gepresster Steinwolle und besitzen unterschiedlichste Oberflächen, sodass dem Gestaltungsspielraum fast keine Grenzen gesetzt sind. Allerdings sind vorgesetzte Fassaden gegenüber Putzfassaden um einiges teurer können aber künftig Kosten sparen, da sie viel langlebiger sind und im Falle eines Umbaus wiederverwendet werden können. InnenausbauDer Innenausbau ist, was die Boden- und Wandbeläge betrifft ident. In beiden Fällen werden Gipsplatten als Beplankung verwendet. Bei den Bodenbelägen werden standardmäßig Echtholz Parkett und Fliesen verwendet, wobei selbstverständlich auch andere Bodenbeläge wie Vinyl, … möglich sind. Die Zwischenwände sind im Fall des Holzbaus in Holz-Riegel Bauweise und im Falle des Containerbaus in klassischer Trockenbauweise ausgeführt. In beiden Fällen erfolgt die Dämmung mit Mineralwolle und die Beplankung der Wände mit Gipsplatten. FundamentDie Anforderungen an das Fundament sind bei beiden Bauweisen gleich. Im Gegensatz zu einem klassischen Fertigteilhaus oder Ziegelmassivhaus ist keine Bodenplatte nötig. Es reichen Schraubfundamente, Punktfundamente oder Streifenfundamente. Schraubfundamente haben die größte Flexibilität, da sie einfach aus dem Boden wieder entfernt werden können. Punktfundamente reichen für eingeschossige Bauten Streifenfundamente werden in jedem Fall bei mehrgeschossigen Bauten verwendet. KostenBei den Kosten gibt es derzeit noch größere Unterschiede zwischen dem Holzbau und dem Containerbau. Die Differenz liegt bei ca. € 900,– pro m2 Bruttogeschoßfläche. D.h wenn man beispielsweise ein Haus mit 120 m2 hat, kann man im Containerbau mit ca. €1.600,–  und beim Holzbau mit € 2.500,–pro m2 Bruttogeschoßfläche für ein schlüsselfertiges normal ausgestattetes Haus inkl. Einreichplanung rechnen. KonklusioDie größte Flexibilität was die Bauplatzausnutzung aber auch den gewünschten Raum betrifft, hat man sicher mit dem Holzbau, da bis auf die Breite Längen beliebig angepasst werden können. Entscheide ich mich für den Holzbau mit Massivholzwänden, kann ich fast beliebig Fenster und Türen setzen.Die größte Flexibilität im Sinne von Erweiterungen, Anpassungen, Mobilität aber auch Verkaufsmöglichkeit hat man sicher bei den Containerbauten, da die Standardisierung für die Bürocontainer fast weltweit gegeben ist. D.h. ich kann fast sicher sein, dass ich auch in 30 Jahren mein Haus problemlos anpassen kann.

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